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Gesundheitstelegramm Nr. 18 (2022)

12.05.2022

In dieser Ausgabe

Berufspolitik

Ergebnisse der App-Befragung zur Konkurrenz durch große MVZ

Service

Existenzgründungs-Workshop am 9. Juli – jetzt anmelden!

Telematik

Statement der Gesellschafter der gematik: Tausch der Konnektoren als einzige verantwortungsvolle Möglichkeit

Berufspolitik

Copyright KZV BW

Ergebnisse der App-Befragung zur Konkurrenz durch große MVZ

Über die innovative BeteiligungsApp der KZV BW haben wir die Vertragszahnärzt*innen zu einer möglichen Konkurrenz der Zahnarztpraxen durch große Medizinische Versorgungszentren (MVZ) befragt. Insgesamt haben 530 Mitglieder der KZV BW ihre Stimme abgegeben. Die zentralen Ergebnisse lesen Sie hier.

Eine Mehrheit von 60,2 Prozent der Teilnehmenden sieht eine Konkurrenz durch große MVZ. Die Frage, ob die Praxis bereits Patient*innen an MVZ verloren hat, beantworten 8,9 Prozent mit „ja, viele“. 36 Prozent geben an, „einige wenige“ Patient*innen an MVZ verloren zu haben. Rund ein Viertel beantwortet die Frage mit „Nein“.

Längere Öffnungszeiten sind der mit Abstand am häufigsten genannte Grund für eine (mögliche) Abwanderung von Patient*innen. Insgesamt geben dies drei Viertel der Teilnehmenden an. Jede*r Fünfte sieht sowohl in einer technisch besseren Ausstattung als auch in einem größeren fachlichen Angebot weitere Gründe.

Gut drei Viertel geben an, dass deren Praxen noch kein Personal an MVZ verloren hat. Gefragt nach den Gründen für eine Abwanderung von Personal wird das „Gehalt“ von 17,7 Prozent, „Arbeitszeiten“ von 17,5 Prozent und die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ von 7,5 Prozent der Teilnehmenden angegeben.

Zur Sicherstellung der flächendeckenden vertragszahnärztlichen Versorgung kann die KZV seit 2020 zusätzliche Instrumente nutzen. Dazu gehört die Möglichkeit, Eigeneinrichtungen zu gründen. Dies könnte ein Modell für Regionen sein, in denen sich zu wenig niederlassungsbereite Zahnärzt*innen finden. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden teilt diese Ansicht, während gut ein Viertel dies ablehnt.

Eine ausführliche Analyse der Ergebnisse lesen Sie im kommenden Versorgungsbericht 2022, über dessen Erscheinungstermin wir Sie im Gesundheitstelegram informieren werden.

Hintergrund

In den letzten Jahren sind vermehrt große, fachfremde Kapitalinvestoren aufgetreten, die die Zahnmedizin als hochprofitables Investitionsumfeld betrachten und sich entsprechende Marktpositionen sichern wollen. Große Medizinische Versorgungszentren (MVZ) siedeln sich vor allem in gut versorgten Ballungszentren an. Diese Entwicklung ist bundesweit zu beobachten, zeigt sich aber gerade auch in Baden-Württemberg. Auch in den Medien wurde zuletzt mehrfach über MVZ berichtet (lesen Sie hierzu auch das Gesundheitstelegramm vom 14. April 2022). Vor diesem Hintergrund fand die Befragung statt.

BeteiligungsApp der KZV BW

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Ideen zur BeteiligungsApp der KZV BW haben, freuen wir uns über Rückmeldungen an:

Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden-Württemberg
Stabsstelle Kommunikation und Politik
E-Mail: presse@kzvbw.de
Tel.: 0711 7877-218

Service

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Existenzgründungs-Workshop am 9. Juli – jetzt anmelden!

Am 9. Juli 2022 findet nach pandemiebedingter Pause erstmalig wieder ein Existenzgründungs-Workshop von KZV BW und LZK BW in Stuttgart statt.

Der Workshop richtet sich an Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich allgemein über das Thema Niederlassung in der eigenen Praxis informieren wollen, sich bereits auf dem Weg in die Selbständigkeit befinden oder sich vor Kurzem niedergelassen haben. In der Event-Location „freiRaum“ in Stuttgart-Bad Cannstatt, wo der diesjährige Workshop stattfindet, soll es aber nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Austausch und Netzwerken gehen. Genügend Zeit dafür gibt es beim gemütlichen „Grill & Chill“ im Anschluss an das offizielle Programm.

Die Themen des Tages sind u.a. Praxisübernahme oder Neugründung?

Infos und Anmeldung

Alle Informationen und das Programm entnehmen Sie diesem Flyer. Wenn Sie sich anmelden möchten, steht Ihnen hier das Online-Anmeldeformular zur Verfügung.

Telematik

copyright Stollberg

Statement der Gesellschafter der gematik: Tausch der Konnektoren als einzige verantwortungsvolle Möglichkeit

Anlässlich der Gesellschafterversammlung der gematik äußern sich die Gesellschafter zum Konnektorentausch. Das Statement in Bezug auf den Beschluss zum Konnektorentausch dokumentieren wir für Sie.

Den Konnektorentausch hat die Geschäftsführung der gematik ihrer Gesellschafterversammlung als einzig verlässlich umsetzbare Lösung zur Beschlussfassung empfohlen. Ohne den Tausch wäre die gesetzliche Krankenversicherung mit 70 Mio. Versicherten Gefahr gelaufen, dass Praxen in größerer Zahl ihre Versorgungsaufgaben wegen auslaufender Sicherheitszertifikate für die Konnektoren nicht mehr wahrnehmen könnten. So wäre bereits das Versichertenstammdatenmanagement als Grundlage für die Abrechnung erbrachter Leistungen, nicht mehr durchführbar gewesen. Nach jetzigem Stand startet das die Konnektoren ablösende Konzept der gematik in Form der TI 2.0 frühestens in einigen Jahren. Die theoretische Alternative zum Tausch in Form einer Verlängerung der Konnektorzertifikate durch ein Software-Update wäre nur für zwei Jahre möglich gewesen – bis dahin ist die TI 2.0 nicht startbereit. Der Austausch wäre also nur verschoben worden. Kein Hersteller hat die entsprechenden Software-Updates implementiert, getestet und der gematik zur Zulassung vorgelegt. So blieb als einzige verantwortungsvolle Möglichkeit der Tausch der Konnektoren übrig.