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Praxisformen im Überblick: Welche Praxisform passt zu mir?

Als Zahnärzt*in hat man vielfältige Möglichkeiten der Berufsausübung. Gerade wenn man sich für die selbständige Berufsausübung entscheidet, stehen verschiedene Modelle zur Verfügung. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Praxisformen vor.

Selbständige Berufsausübung in einer Einzelpraxis

Eine eigene Praxis bedeutet für Sie, in eigener Verantwortung und in voller Selbständigkeit Ihr Berufsleben gestalten zu können. In der Einzelpraxis haben nur Sie das Sagen! Diese Form gibt Ihnen die Freiheit, die zahnmedizinischen und kaufmännischen Entscheidungen selbst zu treffen. Das heißt, Sie entscheiden sich für einen Praxisstandort, Ihre Behandlungsschwerpunkte und welche Geräte eingesetzt werden. Als vertragszahnärztlich zugelassene*r Praxisinhaber*in können Sie sich bis zu vier Kolleg*innen als Angestellte ins Team holen. Das kann für die Vereinbarkeit von Familienleben und Praxisalltag eine gute Möglichkeit zur Entlastung sein. Wenn Sie sich für  einen weiteren Niederlassungsstandort interessieren, käme für Sie die Gründung einer Zweigpraxis, in der Sie einen Teil Ihrer Tätigkeit ausüben, in Frage. Jedoch ist eine Zweigpraxis nicht an jedem Ort genehmigungsfähig. Lassen Sie sich zu den Voraussetzungen beraten.

Nachteil bei diesem Praxismodell ist unter Umständen der fehlende Austausch bei besonderen zahnmedizinischen Fragestellungen. Auch die wirtschaftliche Verantwortung wird von der Inhaberin oder dem Inhaber allein getragen, das könnte sich vor allem in Zeiten von Krankheit, Schwangerschaft oder Elternzeit belastend auswirken.

Selbständige Berufsausübungen mit Kolleg*innen

Kooperationen mit anderen Kolleg*innen sind für diejenigen ein spannendes Modell, die sich mit ihrem unterschiedlichen Fachwissen gegenseitig unterstützen und ergänzen möchten. Auch finanzielle Gründe können eine Motivation für eine Kooperation sein: Betriebskosten und Investitionen können geteilt werden, die wirtschaftliche Verantwortung und das unternehmerische Risiko ist auf mehrere Schultern verteilt. Wer sich gern mit einem Kollegen oder einer Kollegin zusammen tun möchte, hat verschiedene Möglichkeiten:

Örtliche Berufsausübungsgemeinschaft (BAG)

In einer örtlichen Berufsausübungsgemeinschaft (früher: Gemeinschaftspraxis) lassen sich zwei oder mehrere vertragszahnärztlich zugelassene Zahnärzt*innen gemeinsam an einem Standort nieder. Eine gemeinsame Berufsausübung setzt die auf Dauer angelegte berufliche Kooperation selbständiger, freiberuflich tätiger Zahnärzt*innen voraus. Sie tragen das unternehmerische Risiko und Entscheidungen gemeinsam. Der Vorteil einer BAG ist etwa, dass Sie sich gegenseitig vertreten und Ihre Arbeitszeiten untereinander abstimmen können.

Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft (ÜBAG)

In einer überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaft können zwei oder mehrere Zahnärzt*innen mit verschiedenen Standorten sich zu einer Sozietät zusammenschließen, wobei an jedem Standort mindestens ein*e Zahnärzt*in mit eigener vertragszahnärztlicher Zulassung – es reicht hier eine halbe Zulassung – tätig sein muss. Auch hier gilt: Die gemeinsame Berufsausübung muss auf Dauer angelegt sein und beinhaltet die Teilhabe aller Mitglieder der Berufsausübungsgemeinschaft an unternehmerischem Risiko, unternehmerischen Entscheidungen und gemeinschaftlicher Gewinnerzielungsabsicht. Bei der überregionalen Berufsausübungsgemeinschaft bedarf es eines gemeinsamen Hauptsitzes.

Praxisgemeinschaft

In einer Praxisgemeinschaft teilen sich niedergelassene Zahnärzt*innen die Räumlichkeiten und optional das Praxisteam. Es erfolgt jedoch keine gemeinsame Berufsausübung mit der Folge, dass die Zahnärzt*innen für ihre Praxis selbst verantwortlich sind und individuell mit der KZV abrechnen. Der Patientenstamm ist somit vollständig getrennt.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ)

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) bieten sich bei größeren Praxisstrukturen mit jeweils mehreren Standorten an. Geführt werden muss ein MVZ von einer*m zahnärztlichen Leiter*in. Diese*r arbeitet dort angestellt oder als Vertragszahnärzt*in mindestens halbtags.

Niederlassungsberatung

Sie sind sich unschlüssig, welche Praxisform am besten zu Ihnen und Ihrem Wunsch, sich niederzulassen, passt? Dann kommen Sie gerne auf uns zu! Wir beraten Sie unkompliziert und individuell.

Den Kontakt zur Niederlassungsberatung der KZV BW finden Sie hier.