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Gutachterin Dr. Eva Krauß: „Sicherheit für alle Beteiligten!“

Dr. Eva Krauß ist niedergelassene Zahnärztin mit eigener Praxis in Aalen und Mutter zweier Kinder. Die 36-jährige Zahnärztin hat neben ihrem Praxis- und Familienalltag eine wichtige Aufgabe im Ehrenamt der KZV BW übernommen: Als Zahnersatz- und Parodontose-Gutachterin schreibt Dr. Eva Krauß seit knapp zwei Jahren Planungs- und Mängelgutachten. Im Interview teilt sie ihre Erfahrungen mit der Arbeit im Gutachterwesen.

Was war Ihre Motivation, ZE- und PAR-Gutachterin zu werden? Wie haben Sie davon erfahren?

Während der Ausbildungszeit kommt man automatisch mit dem System der Begutachtung in Kontakt, zudem war meine Mutter bereits lange Jahre als Gutachterin tätig. Das System der Begutachtung sichert auch die Qualität unserer Leistungen, deshalb möchte ich es durch meinen Beitrag gerne unterstützen.

Welche Erwartungen hatten Sie? Und wurden diese erfüllt?

Das System an sich war mir wie gesagt bereits geläufig, jedoch übertraf der Ablauf der ganzen Prozesse meine Erwartungen bei weitem. Insbesondere den persönlichen Zugewinn an fachlicher Expertise finde ich beachtlich.

Wie wurden Sie in der Anfangszeit von der KZV BW begleitet und wie haben Sie diese Begleitung erlebt?

Für ein Jahr lang habe ich einen Fachberater zur Seite gestellt bekommen, mit dem ich jedes Gutachten besprechen konnte und der teilweise auch Verbesserungsvorschläge unterbreitet hat. Ich habe diese Begleitung als sehr positiv und unterstützend erlebt. Ich habe da neben fachlichen Kenntnissen ganz viel mitgenommen, auch was Form und Ausdruck des Gutachtens betrifft.

Auch über dieses Jahr der Einarbeitungszeit und Begleitung hinaus besteht die Möglichkeit, dass ich meinen Fachberater bei unklaren Fällen kontaktieren kann. Die Betreuung ist wirklich umfangreich und gut.

Welche Vorteile bringt es mit sich, wenn man als Gutachterin arbeitet?

Am spannendsten sind die Einblicke in verschiedene Behandlungsansätze, der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus wird so ermöglicht. So sieht man beispielsweise Kollegen, die mit einem Fall gänzlich anders umgehen als man selbst. Andersherum bestätigt es einen bei Behandlungsansätzen, die man gleich gewählt hätte. So hat man ein ganz großes Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten und lernt selbst ständig dazu.

Wie ist der zeitliche Aufwand einzuschätzen?

Genau kann man das nicht sagen. Der zeitliche Aufwand ist grundsätzlich überschaubar, aber es kommt natürlich auf den Fall an. Im ersten Jahr ist es etwas aufwändiger, weil man mit dem Verfassen von Gutachten noch nicht so gut vertraut ist und sich da noch viel mit dem Fachberater austauscht. Dann wird nochmal korrigiert und korrespondiert. Dies erübrigt sich allerdings mit der Zeit. Es kann sein, dass die Fälle gehäuft kommen. Das war gerade vor Weihnachten letztes Jahr der Fall, aktuell ist es wieder weniger. Zudem ist die schriftliche Fassung des Gutachtens zeitlich flexibel und ortsunabhängig, so dass es gut leistbar ist.

Wie bringen Sie Familie, Privatleben, Praxisalltag und die Tätigkeit als Gutachterin unter einen Hut?

Ich mache das außerhalb der Sprechzeiten. Der Vorteil ist, dass ich für die Gutachten auch kein Praxispersonal einspannen muss. Meistens verfasse ich das abends, da kann ich es dann in Ruhe schreiben. Natürlich gibt es wie überall auch Fristen, die man einhalten muss, aber für mich überwiegt ganz klar der Mehrwert!

Was raten Sie anderen, die sich für die Tätigkeit als Gutachter*in interessieren?

Ich habe mich dazu an den Kreisvorsitzenden gewandt, den Schritt würde ich als allererstes gehen. Durch die Begleitung mit dem Fachberater muss man sich auch nicht unsicher fühlen, es stellt eine fachliche Bereicherung dar.

Wie werden Sie von den Patientinnen, Kolleginnen oder Vertreter*innen der Krankenkassen als Gutachterin wahrgenommen, wie sind die Rückmeldungen?

Das läuft alles sehr professionell ab. Ich bin da eine neutrale Instanz. Für die Patienten ist es wichtig, eine neutrale Zahnärztin in mir zu haben, der sie auch vertrauen können. Der Austausch mit den beteiligten Akteuren ist unkompliziert!

Gibt es etwas, das Sie bei dem Prozess des Begutachtens besonders hervorheben würden?

Ich finde es gut, dass es Kolleginnen und Kollegen aus der Zahnärzteschaft sind, die diese Gutachten schreiben. Die Bestimmung der Gutachter durch den Vorstand unserer KZV im Einvernehmen mit den Krankenkassen – das ist es, was Vertrauen schafft.

Es ist sicherlich auch eine Abwechslung zum Praxisalltag. Dadurch, dass ich als Gutachterin Einblick in die Prozesse habe und weiß, worauf Wert gelegt wird, habe ich auch mit eigenen Fällen, die begutachtet werden, kein Problem. Ich weiß, dass das sehr fair abläuft.

Das Gutachten schafft dadurch nicht nur Sicherheit für Patienten und Krankenkassen, sondern auch für mich als Zahnärztin selber.

Vielen Dank für das Gespräch!