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Geschlechterspezifische Medikation: Mehrheit für erweiterte Beipackzettel

Medikamente wirken unterschiedlich bei Frauen und Männern. Die Aufklärung über die geschlechterspezifischen Wirkweisen eines Medikamentes bleibt jedoch sowohl in den Arztpraxen als auch in den Apotheken überwiegend aus. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse BKK VBU.

Knapp 80 Prozent der Befragten der repräsentativen Umfrage gaben an, dass sie noch nie über eine unterschiedliche Wirkweise eines Medikamentes bei Frauen und Männern aufgeklärt wurden. Dreiviertel aller Befragten wünschen sich, künftig Dosierungsangaben in Beipackzetteln für Männer und Frauen separat aufzuführen. Dabei ist auffällig, dass sich insbesondere junge Menschen unter 29 Jahren mit 86 Prozent verstärkt für den erweiterten Beipackzettel aussprechen, während der Anteil bei den über 60-Jährigen mit 69 Prozent etwas niedriger ist.

Dass Medikamente bei Frauen und Männern im Verlauf einer Krankheit und auch bezüglich der Wirkung unterschiedlich sind, ist mittlerweile wissenschaftlich vielfältig belegt. Grund dafür sind biologische Unterschiede der Geschlechter wie etwa verschiedene Fett-, Wasser- und Muskelanteile oder eine unterschiedliche hormonelle Aufstellung. Zudem sind Frauen im Durchschnitt kleiner und wiegen weniger als Männer. Dennoch orientieren sich bspw. Dosierungsangaben nach wie vor vornehmlich an männlichen Patienten, sodass Frauen in Relation zu ihrem Körpergewicht in vielen Fällen eine zu hohe Dosis erhalten. Weitere Informationen zur Umfrage finden Sie hier.