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Vom Potenzial einer engagierten Kollegenschaft

Dr. Thomas Behrens (Nordheim, Kreis Heilbronn) erzählt im Gespräch vom intensiven Zusammenhalt und der Zusammenarbeit der Zahnärzteschaft in der Region Heilbronn. Das Netzwerk aus Zahnärzt*innen vor Ort war während der ersten Phase der Pandemie Informationsquelle, Plattform für Austausch und bot in vieler Weise Unterstützung.

Wie haben Sie den Zusammenhalt zwischen den Kolleg*innen während der Coronapandemie erlebt?

Bei uns in der Heilbronner Region hat die Zusammenarbeit gut funktioniert: Schon vor der Pandemie gab es hier einen Stammtisch der jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte. Vor Corona haben wir uns regelmäßig, einmal im Quartal getroffen. Mit Beginn der Pandemie hat sich der Austausch dann intensiviert: Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen es an Desinfektionsmittel gemangelt hat. Durch die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen haben wir bei Lieferanten und Großhändlern gemeinsam große Mengen – auch zu guten Preisen – abnehmen können und haben dadurch überhaupt erst Hygienemittel für die Praxen einkaufen können. Das hat alles gut funktioniert. So hatten wir letztlich keinen großen Mangel.

Wie war der Kontakt zur KZV?

Ich hab ihn als sehr positiv wahrgenommen. Die Informationen, die uns über die Webseite, das Gesundheitstelegram oder die Rundschreiben erreicht haben, kamen zum richtigen Zeitpunkt, waren gut verständlich und ausführlich. Mit Christian Zirkel, Leiter der BD in Mannheim und Pandemiebeauftragter der KZV, stand ich zu der Zeit im Austausch: Er hat auch Kontakte vermittelt, wo man Masken, Handschuhe usw. beziehen konnte. Von Seiten der KZV gab es viel Unterstützung.

Welche Rolle hatte das „Netzwerk der jungen Zahnärzt*innen“?

Es gibt eine WhatsApp-Gruppe, in der sich die jungen Kolleginnen und Kollegen austauschen, sei es zu neuen Richtlinien oder Verordnungen. Über die Gruppe konnte der Austausch recht schnell organisiert werden und es musste ja auch oft sehr schnell gehandelt werden: Da kamen die Verordnungen sonntags und montags mussten dann neue Vorgaben umgesetzt werden; ich denke da an Hygienerichtlinien, Testungen von Mitarbeitenden, Voraussetzungen der Patienten für den Praxisbesuch. Alles in allem hat über die WhatsApp-Gruppe immer ein guter, zum Teil täglicher bis wöchentlicher Informationsaustausch stattgefunden und das tut es noch.

Die Organisation des Stammtisches übernehmen zwei Kollegen: Dr. Andreas Volk und Manuel Schlindwein. Wenn es eine Neugründung oder Übernahme gibt, ein neuer Kollege in einer Praxis dazukommt, dann wird er oder sie auf der Kreisversammlung angesprochen und bei Interesse in die WhatsApp-Gruppe aufgenommen.

Was sind die Themen, die bei den Netzwerktreffen besprochen werden?

In erster Linie geht es um einen kollegialen Austausch und Networking. Dabei tauschen wir uns über Behandlungsmethoden, Erfahrungen und alltäglich auftretende Themen in den Praxen aus. Gerade junge Praxisinhaber und angestellte Kollegen beschäftigen dieselben Themen. Dabei geht es häufig um die aktuellen Herausforderungen für Zahnarztpraxen wie etwa eine innovative und praxisnahe Umsetzung der Digitalisierung; Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt oder die Umsetzung regulatorischer Änderungen. Alle profitieren wir von dem gemeinsamen Austausch. Wir helfen uns regelmäßig in der Gruppe bei Personalengpässen aus, sei es, dass ein angestellter Zahnarzt oder ein Zahnärztin gesucht wird oder eine zahnmedizinische Fachangestellte. Es gab auch schon den Fall, dass jemand eine Auszubildende gern übernommen hätte, es aber nicht konnte – da wurde dann über das Netzwerk erfolgreich vermittelt.

Was empfehlen Sie jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten?

Nach dem Ende meiner Assistenzzeit und dem Schritt der Niederlassung waren die Kontakte zu anderen Kollegen auf die regelmäßigen Kreisversammlungen begrenzt. Der Kontakt zum in unserer Region bestehenden „Netzwerk der jungen Zahnärzte“ hat das Kennenlernen anderer Kollegen deutlich vereinfacht. Am besten ist es, andere junge Kollegen aktiv anzusprechen, ob es in der Region Stammtische oder bestehende Netzwerke gibt.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Sie interessieren sich für das „Netzwerk der jungen Zahnärzte“?
Dann wenden Sie sich gerne an:

Dr. Andreas Volk (dr.a.volk@za-hn.com) oder ZA Manuel Schlindwein (07131-920830).