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Notfalldienstordnung in Baden-Württemberg

Wie ist der zahnärztliche Notfalldienst in Baden-Württemberg geregelt? Wir haben die wichtigsten Punkte der Notfalldienstordnung für Sie zusammengefasst und in den Bezirksdirektionen nachgefragt, wie mit Diensttauschen umgegangen wird.

Vertragszahnärzt*innen sind grundsätzlich verpflichtet, in zahnmedizinischen Notfällen Hilfe zu leisten. Die Notdienstordnung regelt im Wesentlichen nachfolgende Punkte:

Wie ist der Notfalldienst in den BDen organisiert?

Die Einteilung und Bekanntgabe der Notfalldienste erfolgt durch die jeweiligen Bezirksdirektionen (§3 und §4 Notfalldienstordnung). Diese teilen für die einzelnen Landkreise im Voraus die Notfalldienste ein, z.T. geschieht dies in Absprache mit der/dem Kreisvereinigungsvorsitzenden. Verwaltung und Zahnärztinnen unterstützen sich hier gegenseitig. Die Notfalldienstbezirke sind so abgegrenzt, dass unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl die diensthabenden Zahnärzt*innen in zumutbarer Zeit erreicht werden können.

In der BD Stuttgart wurde der Notfalldienst für die Stadt Stuttgart einschließlich der Landkreise Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Rems-Murr und Göppingen kürzlich neu geregelt. Ab Januar 2022 wird in einer neu eingerichteten Notfalldienstpraxis in Stuttgart der zahnärztliche Notfalldienst zentral für diese Landkreise übernommen. Die bisherige Einteilung vor Ort für den Notfalldienst entfällt. Falls Sie aktuell Interesse an der Übernahme eines Notfalldienstes im neuen Notfalldienstzentrum haben, wenden Sie sich gerne an Marion Kreis (Tel.: 07 11/78 77-189, E-Mail: marion.kreis@kzvbw.de) oder Anne Pfaffenberger (Tel.: 07 11/78 77-181, E-Mail: anne.pfaffenberger@kzvbw.de) für weitere Informationen.

Wie lange dauert der Notfalldienst?

Die Dauer des Notfalldienstes regelt §5 der Notfalldienstordnung: An Samstagen, Sonntagen, gesetzlichen Feiertagen sowie Werktagen zwischen Weihnachten und Neujahr werden Zahnärztinnen zum Notfalldienst für mindestens 24 Stunden eingeteilt. Der Dienst kann aber auch mehrere Tage, d.h. 48 Stunden umfassen. In dieser Zeit ist vormittags und nachmittags mindestens eine einstündige Anwesenheit in der Praxis einzurichten. Außerhalb dieser Zeit ist die/der zum Notfalldienst eingeteilte Zahnärzt*in verpflichtet, erreichbar zu sein.

Der Notfalldienst soll „sich auf die Beseitigung der den Notfall verursachenden Beschwerden“ beschränken (§6), über die Weiterbehandlung (§7) ist der/die Patient*in aufzuklären.

Was, wenn ich nicht kann?

„Was mache ich, wenn ich meinen Notfalldienst tauschen muss, weil ich kurzfristig wegen Krankheit oder eines Notfalls ausfalle und wenn ich keine Vertretung finde?“ Auch diese Fälle sind in der Notfalldienstordnung (§9) geregelt. So kann in zwingenden Fällen getauscht werden. „Der Tausch ist der zuständigen Bezirksdirektion der KZV BW mindestens eine Woche vor Beginn des Notfalldienstes von dem für den Notfalldienst eingeteilten Zahnarzt mitzuteilen.“ (§9 Absatz 1) „Bei kurzfristiger Verhinderung muss sich der eingeteilte Zahnarzt selbst um eine Vertretung kümmern.“ (§9 Absatz 2) Wenn kurzfristig Ersatz gefunden muss, helfen die Ansprechpartnerinnen in den BDen auch bei der Suche nach einer Vertretung. Auch hier gehen Verwaltung und Zahnärzteschaft Hand in Hand.

Befreiung von der Teilnahme am Notfalldienst

Zahnärzt*innen können sich von der Teilnahme am Notfalldienst befreien lassen. Unter §10 Abs. 1 werden Befreiungsgründe genannt. Dazu gehören:

  • eine körperliche Behinderung
  • eine „besonders belastende familiäre Pflicht“
  • eine schon bestehende Teilnahme an einem klinischen Bereitschaftsdienst mit Notfallversorgung
  • eine Schwangerschaft (Befreiung ab Bekanntgabe der Schwangerschaft und bis zu 12 Monate nach der Entbindung, u. U. auch länger)
  • Zahnärztinnen und Zahnärzte, die eine Fachzahnarztbezeichnung auf dem Gebiet der Kieferorthopädie führen oder nachweislich ausschließlich kieferorthopädisch tätig sind, können gegen eine Gebühr vom Notfalldienst befreit werden.
  • Zahnärztinnen und Zahnärzte können ab „dem Tag der Geburt des Kindes für einen Zeitraum von 36 Monaten“ von der Teilnahme am Notfalldienst befreit werden, soweit nicht der andere Elternteil die Betreuung des Kindes übernehme kann.

Hier finden Sie die Notfalldienstordnung zum Nachlesen.

Sie haben Fragen zum Notdienst in Ihrer BD? Dann wenden Sie sich an:

Bezirksdirektion Stuttgart: Frau Kreis, 0711/7877-189

Bezirksdirektion Tübingen: Frau Ellner, 07071/911-121

Bezirksdirektion Freiburg: Frau Stoicov, 0761/4506-361

Bezirksdirektion Karlsruhe: Frau Ottstadt, 0621/38000-116