Corona Virus
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Neufassung der Coronavirus-Testverordnung: Änderungen für Vertragszahnärzt*innen

Die Coronavirus-Testverordnung ist zum 1. Juli 2021 geändert worden. Nachfolgend die wesentlichen, den vertragszahnärztlichen Sektor berührenden Änderungen im Überblick.

Wegfall der Beauftragung von Zahnärzten durch den ÖGD / Zahnärzte sind TestV-Leistungserbringer

Nach bisheriger Rechtslage konnten Zahnärzte grundsätzlich das eigene Personal auf COVID-19 testen. Die Testung anderer in den §§ 2 bis 4b TestV genannten Personen durch Zahnärzte war nur möglich, wenn sie vom Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) als Dritte im Sinne des § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 TestV in der bis zum 30.06.2021 geltenden Fassung beauftragt worden sind. Mit der Änderung des § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 TestV und § 6 Abs. 1 Satz 2 TestV ist die Erforderlichkeit der Beauftragung der Zahnärzte durch den ÖGD weggefallen.

Ab dem 01.07.2021 sind Zahnärzte nicht nur zur Testung des eigenen Praxispersonals, sondern auch zur Erbringung der Testleistungen gegenüber allen in den §§ 2 bis 4b TestV genannten anspruchsberechtigten Personen auch ohne Beauftragung durch den ÖGD berechtigt. 

Im Falle der Leistungserbringung nach Maßgabe der §§ 2 bis 4b TestV sollten Sie Folgendes beachten. 

  • Testungen von asymptomatischen Kontaktpersonen nach Maßgabe des
    § 2 TestV

    Asymptomatische Kontaktpersonen werden vom ÖGD oder dem behandelnden Arzt einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person als solche festgestellt. Der Anspruch auf Testung besteht nur dann, wenn die zu testende Person gegenüber dem Zahnarzt dargelegt hat, dass sie vom ÖGD oder dem behandelnden Arzt einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person als Kontaktperson festgestellt wurde oder durch die Corona-Warn-App des RKI eine Warnung mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ erhalten hat. 
  • Testungen von asymptomatischen Personen bei Ausbruch / Infektionsgeschehen u.a. in der Zahnarztpraxis nach Maßgabe des § 3 TestV

    Asymptomatische Personen dieser Fallgruppe haben einen Anspruch auf Testung, wenn in der oder von einer Zahnarztpraxis oder anderen in § 3 Abs. 2 TestV genannten Einrichtungen oder Unternehmen (z.B. Pflegeheime) von dieser oder vom ÖGD außerhalb der regulären Versorgung in den letzten 14 Tagen eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde und wenn die anspruchsberechtigte asymptomatische Person in den letzten 14 Tagen dort behandelt worden ist, tätig sind oder waren oder sonst anwesend war.

    Zum Kreis der von dieser Fallgruppe erfassten Personen können bspw. gehören: eigenes Praxispersonal, Personal anderer in § 3 Abs. 2 TestV genannten Einrichtung und Unternehmen wie bspw. Pflegepersonal, Patienten, Pflegeheimbewohner sowie sonstige anwesende Personen.

    Der Anspruch besteht nur dann, wenn die zu testende Person gegenüber dem Zahnarzt darlegt, dass sie den erforderlichen Bezug zur Einrichtung nach § 3 Abs. 2 TestV (bspw. Arzt und Zahnarztpraxis, Pflegeheim) hat, in denen eine mit Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde.
  • Testungen von asymptomatischen Personen zur Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 nach Maßgabe des § 4 TestV

    Zahnarztpraxen sind nach Maßgabe des § 4 TestV zur Testung von asymptomatischen Personen zur Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 berechtigt, wenn Einrichtungen oder Unternehmen nach § 4 Abs. 2 TestV (bspw. Arzt- und Zahn-arztpraxen, Pflegeheime u.a.) oder der ÖGD präventive Testungen verlangen. Zum Kreis der anspruchsberechtigten Personen nach dieser Fallgruppe gehören:

    • Personen, die in einer Einrichtung / einem Unternehmen nach § 4 Abs. 2 Nr. 1
      bis 6 TestV behandelt, betreut, gepflegt oder untergebracht werden sollen oder in diesen Einrichtungen / Unternehmen nach § 4 Abs. 1 bis 4 und 5 behandelt, gepflegt oder untergebracht sind. Zu den Einrichtungen gehören bspw. Pflegeheime, jedoch nicht Zahnarztpraxen. Umfasst werden bspw. auch die Bewohner von Pflegeheimen, nicht hingegen die Patienten in Arzt- oder Zahnarztpraxen;
    • Personen, die eine in einer Einrichtung / einem Unternehme nach § 4 Abs. 2 Nrn. 1, 2, 4 und 5 TestV behandelte, betreute, gepflegte oder untergebrachte Person besuchen wollen;
    • Personen, die in der Einrichtung nach § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 7 TestV tätig werden sollen oder tätig sind. Hierunter fällt u.a. vertragszahnärztliches Praxispersonal, wenn die betreffende asymptomatische Person in der Praxis tätig ist oder tätig werden soll und die Zahnarztpraxis oder der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 die Testung verlangt.
    • Der Anspruch auf Testung nach § 4 TestV besteht allerdings nur dann, wenn die zu testende Person dargelegt hat, dass die betroffene Einrichtung oder Unternehmen oder der ÖGD die Testung verlangt hat. 
  • Bürgertestungen nach Maßgabe des § 4a TestV

    Seit dem 01.07.2021 sind Zahnarztpraxen zur Durchführung von Bürgertestungen gegenüber allen asymptomatischen Personen berechtigt, die einen Anspruch auf eine Bürgertestung nach § 4a TestV haben. Dieser Anspruch ist an keine Voraussetzungen geknüpft und besteht unabhängig von Herkunft oder Wohnsitz der zur Leistungsinanspruchnahme berechtigten Person. Zum Kreis der unter diese Fallgruppe fallenden asymptomatischen Personen dürften u.a. Patienten einer Zahnarztpraxis fallen.

    Unzulässig ist die Bürgertestung allerdings dann, wenn der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer zur Erfüllung ihrer Angebotspflicht nach der Coronavirus-Arbeitsschutzverordnung an die Bürgertestung verweist, oder wenn Bürgertestungen zum Beispiel durch mobile Testzentren gezielt in Schulen angeboten werden oder Schüler auf die Einrichtungen verwiesen werden.

    Die berechtigte Person ist gem. § 6 Abs. 3 Nr. 4 TestV verpflichtet, dem Leistungserbringer einen amtlichen Lichtbildausweis zum Nachweis der Identität vorzulegen. Ab dem 01.08.2021 sind gem. § 7 Abs. 10 Satz 1 TestV alle Leistungserbringer, die Bürgertestungen anbieten, verpflichtet, der zuständigen Stelle des ÖGD oder der von ihr benannten Stelle monatlich und standortbezogen die Zahl der von ihnen erbrachten Bürgertestungen und die Zahl der positiven Testergebnisse zu melden.
  • Bestätigende Diagnostik- und variantenspezifische PCR-Testung nach Maßgabe des § 4b TestV

    § 4b TestV definiert den Anspruch der mit einem Antigen-Test oder im Rahmen eines Pooling-Tests positiv getesteten Person auf eine kostenlose bestätigende Testung mittels eines Nukleinsäurenachweises des Coronavirus.

    Der Anspruch besteht auch nach einem positiven Antigen-Test zur Eigenanwendung und zwar unabhängig davon, ob die Durchführung überwacht wurde oder nicht (s. § 4b Satz 2 TestV sowie Seite 33 der Begründung).

    Da diese Leistungen ausschließlich im Rahmen der Labordiagnostik erbracht werden können, kann der Anspruch auf bestätigende Diagnostik und variantenspezifische PCR-Testung nur gegenüber Leistungserbringern geltend gemacht werden, die zur Erbringung von labordiagnostischen Leistungen berechtigt sind. 

    Ausweislich der Begründung zu § 4b TestV (s. dort Seite 33) können die Leistungserbringer nach § 6 Abs. 1 TestV sowie Einrichtungen nach § 6 Abs. 4 TestV, also u.a. Zahnärzte und Zahnarztpraxen eine entsprechende Entnahme von Körpermaterial vornehmen und an einen Leistungserbringer zwecks Durchführung einer Labordiagnostik übersenden. 

    Für die Beauftragung der Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis gem. § 9 TestV oder der Labordiagnostik mittels Antigen-Test gem. § 10 TestV ist gem. § 7 Abs. 7 TestV festgelegte Vordruck Muster OEGD (Anlage 2 zu den Vorgaben KBV-LE) zu verwenden. 


Zur Verfügung stehende Diagnostik / zu verwendenden Tests

Die bisherige Regelung in § 6 Abs. 1 Satz 2 zweiter Halbsatz TestV (Fassung vom 25.01.2021) sah vor, dass Zahnärzte nur mit der Durchführung von Antigen-Tests zur patientennahen Anwendung durch Dritte (sog. PoC-Antigen-Test) beauftragt werden konnten.
 
Mit dem Wegfall der Beauftragung der Zahnärzte durch den ÖGD bzw. Einbeziehung der Zahnärzte in den Kreis der TestV-Leistungserbringer ist auch die Beschränkung auf die Testung mittels PoC-Antigen-Tests grundsätzlich aufgehoben worden. 

Nach der in § 1 Abs. 1 Sätze 3 und 4 TestV vorgenommenen Konkretisierung der Diagnostik stünden Zahnärzten nach Maßgabe der TestV in der aktuellen Fassung und der Teststrategie des BMG neben der Testung mittels PoC-Antigen-Test nunmehr auch Antigen-Test zur Eigenanwendung, dessen Durchführung von einem Leistungserbringer nach § 6 vor Ort zu überwachen ist (sog. überwachter Antigen-Test zur Eigenanwendung) sowie eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis, eine variantenspezifische PCR-Testung oder eine Labordiagnostik mittels Antigen-Test zur Verfügung, sofern die Voraussetzungen für die Labordiagnostik erfüllt sind.

Voraussetzung für die Erbringung und Abrechnung labordiagnostischer Leistungen ist insbesondere die Einrichtung eines Qualitätssicherungssystems nach § 9 Medizinbetreiberverordnung, was der Zahnarzt bei der Beantragung der Registrierung zur Abrechnung von Leistungen in den Fällen von §§ 2, 3 und 4 Ab. 1 Nr. 1 sowie § 4a und 4b gemäß TestV bei der jeweils zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu bestätigen hat. 

Von diesem Grundsatz abweichende Regelungen betreffen die Bürgertestung nach § 4a TestV sowie Präventivtestung von eigenem Praxispersonal nach § 6 Abs. 4 Satz 3 i.V.m. § 4 Abs. 1 Nr. 2 TestV sowie von Personen, die in Einrichtungen oder Unternehmen im Sinne des § 4 Abs. 1 Nr. 2 TestV (bspw. Pflegeheim) tätig sind oder tätig werden sollen. 

Bei Bürgertestungen sind nach Maßgabe des § 4a TestV ausschließlich die PoC-Antigen-Tests zu verwenden. Überwachte Antigen-Tests zur Eigenwandungen dürfen bei der Bürgertestung nicht zum Einsatz kommen. 

Bei Testungen der Personen nach § 4 Abs. 1 Nr. 2 TestV (u.a. eigenes Praxispersonal und Pflegepersonal) ist der Anspruch in Bezug auf die Diagnostik auf eine Diagnostik durch Antigen-Tests (laborgestützte Antigen-Tests, PoC-Antigen-Tests sowie überwachte Antigen-Tests zur Eigenanwendung) beschränkt, § 4 Abs. 1 Satz 2 TestV.

Die Diagnostik mittels Antigen-Test zur Eigenanwendung kann auch ohne Überwachung durch den Leistungserbringer erfolgen, also in eigener Verantwortung der zu testenden Person auch außerhalb der Arbeitszeiten und unabhängig von Testeinrichtungen am Arbeitsplatz z.B. zu Hause vor Arbeitsantritt.

In diesem Fall darf kein Zeugnis über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und kein COVID-19-Testzertifikat im Sinne des § 22 Abs. 7 IfSG ausgestellt werden (§ 4 Abs. 1 Satz 3 TestV).

Die verwendeten PoC-Antigen-Tests sowie die überwachten Antigen-Tests zur Eigenanwendung müssen – wie auch zuvor – die durch das Paul-Ehrlich-Institut in Abstimmung mit dem RKI festgelegten Mindestkriterien erfüllen. Eine entsprechende Marktübersicht wird auf der Internetseite des BfArM veröffentlicht.

Häufigkeit der Testungen

Hinsichtlich der Frequenz der Testungen sind die unverändert gebliebenen Regelungen in § 5 TestV und § 6 Abs. 4 Satz 3 TestV zu beachten. Danach gilt: 

  • Testungen nach §§ 2, 3 und 4 Abs. 1 Nr. 1 TestV können für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.
  • Testungen nach § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 bis 4 TestV (in Einrichtungen oder Unternehmen nach § 4 Abs. 2 tätigen Person, in Einrichtungen Nr. 1 bis 6 behandelte, betreuten, gepflegte Person oder diese Personen besuchende Personen) können für jeden Einzelfall mindestens einmal pro Woche durchgeführt werden. Dies gilt nicht für die Anwendungen von Antigen-Tests, die von den Einrichtungen nach § 4 Abs. 1 bis 6 TestV (hierzu gehören u.a. Pflegeheime, jedoch nicht Zahnarztpraxen), im Rahmen eines einrichtungs- oder unternehmensbezogenen Testkonzepts selbst durchführen.
  • Bürgertestungen nach § 4a können im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.
  • Die bestätigende Diagnostik und die variantenspezifische PCR-Testung nach § 4b umfasst für jeden Einzelfall bis zu zwei Testungen.
  • Bei Testungen von eigenem Personal können nach Maßgabe des § 6 Abs. 4 Satz 3 TestV – wie auch bisher – bis zu 10 PoC-Antigen-Tests oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung mit oder ohne Überwachung je in der Einrichtung tätiger Person pro Monat beschafft und genutzt werden.


Absenkung der Sachkosten und Einführung einer Sachkostenpauschale zum 01.07.2021


Die bisherige Regelung, welche die Erstattung der für PoC-Antigen-Tests entstandenen Beschaffungskosten in einer Höhe von max. 9 EUR je Test (bis zum 31.03.2021) und ab 01.04.2021 bis zu einer Höhe von 6 EUR je Test vorsah, wurde aufgehoben.

Ab dem 01.07.2021 werden die Sachkosten für die beschafften PoC-Tests oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung mit einer am Marktpreis orientierten Pauschale in Höhe von 3,50 EUR je Test vergütet. Die Aufhebung der Regelung zur Gewährung eines Höchstbetrages und die Einführung einer pauschalen Vergütung war ausweislich der Gesetzesbegründung aufgrund der Manipulationsfähigkeit der tatsächlichen Kosten erforderlich.

Absenkung der Vergütung von weiteren Leistungen nach § 12 TestV bei der Erbringung von PoC-Antigen-Tests und Einführung einer Vergütung für Antigen-Tests zur Eigenanwendung


Bei der Erbringung von PoC-Antigen-Tests oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung können neben den Sachkosten nach § 11 TestV (Pauschale in Höhe von 3,50 EUR je Test) auch die sog. „weiteren ärztlichen Leistungen“ nach § 12 TestV (Gespräch, die Entnahme von Körpermaterial, die PoC-Diagnostik bzw. Diagnostik mittels Antigen-Test zur Eigenanwendung, die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sowie Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Abs. 7 IfSG) abgerechnet werden (s. § 7 Abs. 3 Satz. 1 i.V.m. § 7 Abs. 1 TestV). 

Die Höhe der Vergütung von weiteren Leistungen nach § 12 Abs. 1 Satz 1 TestV im Falle der Durchführung eines PoC-Antigen-Test ist zum 01.07.2021 von 15 EUR auf 8 EUR herabgesenkt und damit nahezu halbiert worden. Die Vergütung für überwachte Antigen-Tests zur Eigenanwendung beträgt aufgrund des geringeren Durchführungsaufwandes 5 EUR je Testung (s. § 12 Abs. 2).

Die Vergütung in Höhe von 8 EUR wird auch gewährt, wenn anstatt der PoC-Diagnostik oder nach einem positiven Antigen-Test oder nach einem Pooling-Test ein anderer Leistungserbringer beauftragt wird und in diesem Zusammenhang Körpermaterial entnommen und an den beauftragten Leistungserbringer versandt wird (s. § 12 Abs. 1 Satz 2 TestV). Hierunter dürften die Fälle nach § 4b TestV (Bestätigende Diagnostik und variantenspezifische PCR-Testung) fallen. 

Vergütung für das Gespräch zur Feststellung der Kontaktperson

Für das Gespräch im Zusammenhang mit der Feststellung nach § 2 TestV können zahnärztliche Leistungserbringer, für den Fall, dass keine Testung durchgeführt worden ist, einen Betrag in Höhe von 5 EUR je Fall geltend machen (s. § 12 Abs. 5 TestV). Diese Regelung ist bisher in § 12 Abs. 4 TestV enthalten gewesen und wurde unverändert beibehalten. Wie bereits in unserem Informationsschreiben vom 29.01.2021 ausgeführt, dürfte diese Leistung für Zahnärzte praktisch kaum in Betracht kommen. Denn die Kontaktpersonenfeststellung obliegt nach § 2 TestV dem behandelnden Arzt einer corona-infizierten Person (worunter nicht der Zahnarzt fallen dürfte) oder dem ÖGD selbst. Zudem würde bei einer Kontaktpersonentestung, wozu Zahnärzte nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. § 2 TestV berechtigt sind, der von § 12 Abs. 5 TestV geregelte Fall einer Kontaktpersonenfeststellung ohne gleichzeitige Testung praktisch nicht zum Tragen kommen.

Vergütung für die Ausstellung von COVID-19-Genesenenzertifikat 

Ab dem 01.07.2021 haben die anspruchsberechtigten Personen einen Anspruch auf die Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats. 

Die zur Ausstellung des COVID-19-Genesenenzertifikats berechtigten Personen erhalten eine Vergütung in Höhe von 6 EUR je Ausstellung. Diese wird um 4 EUR gemindert, wenn die Ausstellung unter Einsatz informationstechnischer Systeme erfolgt, die in der allgemeinen ärztlichen Versorgung zur Verarbeitung von Patientendaten eingesetzt werden (s. § 12 Abs. 6 TestV). 

Ein COVID-19-Genesenenzertifikat im Sinne von § 22 Absatz 6 IfSG nach § 12 Absatz 6 TestV kann bei einem positiven Erregernachweis im Zusammenhang mit einer Testung nach § 9 TestV von allen zur Durchführung der Labordiagnostik nach § 9 TestV berechtigten Personen nach § 6 Absatz 1 Nummer 2 und 3 TestV erstellt und abgerechnet werden. Eine nachträgliche Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats nach § 22 Absatz 6 IfSG ist durch Ärzte und Apotheker zulässig. Der Anspruch auf die Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats setzt das Vorliegen eines Nachweises hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in verkörperter oder digitaler Form voraus, wenn die zugrundeliegende Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis erfolgt und mindestens 28 Tage und max. sechs Monate zurückliegt. 

Abrechnungsausschluss von weiteren ärztlichen Leistungen nach § 12 TestV bei Tes-tungen nach § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Nr. 3 TestV 

Die bisherige Regelung in § 7 Abs. 3 Satz 2 TestV, die den Ausschluss der Abrechnung weiterer Leistungen im Zusammenhang mit der Testung von Personen nach § 4 Abs. 1 Nr. 2 (eigenes und fremdes Praxispersonal und Pflegepersonal in Pflegeheimen) und § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 TestV (bspw. Pflegeheimbewohner) geregelt hat, ist unverändert geblieben.

Ausschluss der Vergütung von Bürgertestungen 

Ab 01.08.2021 wird die Vergütung von Bürgertestungen nur gewährt, wenn der Leistungserbringer die Ergebnismitteilung und die Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22 Abs. 7 IfSG auch über die Corona-Warn-App des RKI anbietet und auf Wunsch der getesteten Person über die Corona-Warn-App des RKI übermittelt (§ 7 Abs. 9 TestV). Kommt der Leistungserbringer dieser Verpflichtung nicht nach, so ist die Vergütung von Bürgertestungen (Sachkosten nach § 11 TestV und weitere Leistungen nach § 12 Abs. 1 Satz 1 TestV) ausgeschlossen.

Abrechnungsprüfung durch die KV

Die für die Abrechnung der Leistungen nach der TestV zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen werden mit dem neugeschaffenen § 7a TestV mit der Befugnis ausgestattet, Plausibilitäts- und Auffälligkeitsprüfungen vorzunehmen.

In dem Zusammenhang werden die KVen verpflichtet, Staatsanwaltschaften zu unterrichten, wenn die Prüfung ergibt, dass ein Verdacht auf eine strafbare Handlung besteht, und die Fehlverhaltensbekämpfungsstellen einzuschalten, wenn Maßnahmen nach § 7a Abs. 5 TestV (bspw. Rückerstattung zu Unrecht erhaltenen Vergütung) ergriffen werden müssen und Teilnehmer an der vertragsärztlichen Versorgung betroffen sind. 

Aufhebung der von Sammelabrechnungen insbesondere für überregional tätige Leistungserbringer / Zuständigkeit der KV am Ort der Leistungsabrechnung 

Für die Abrechnung der Leistungen und Sachkosten ist nach § 7 TestV nicht mehr die KV am Sitz des jeweiligen Leistungserbringers, sondern die KV zuständig, in deren Bezirk der Leistungserbringer tätig ist und die Leistung erbracht hat. Sammelabrechnungen – wie bisher möglich – über den Sitz des jeweiligen Leistungserbringers oder für mehrere Standorte gemeinsam, werden nicht mehr vorgesehen. Dies dient der Schaffung von mehr Transparenz und der besseren Kontrolle. 

Für den Aufwand der Beschaffung und Verteilung des zu verwendenden Vordrucks sowie der Abrechnung von Leistungen nach dieser Verordnung erhalten die Kassenärztlichen Vereinigungen einen Verwaltungskostenersatz von Leistungserbringern, Einrichtungen und Unternehmen sowie Testzentren auf die Leistungen nach den § 9 (Nukleinsäurenachweis oder variantenspezifische PCR), § 10 Labor-Antigentest, § 12 weitere Leistungen und § 13 Kosten Testzentrum TestV.

Dieser beträgt, bei Leistungserbringern, Unternehmen und Einrichtungen, die nicht Mitglied der Kassenärztlichen Vereinigung sind, bis zum 31.05.2021 in Höhe von 3,5 %, vom 01.06.2021 bis zum 30.06.2021 in Höhe von 2,0 % und ab dem 1. Juli 2021 3,5 % des Gesamtbetrags der Abrechnung abzüglich der Sachkosten nach § 11 TestV.

Bei der Abrechnung der Sachkosten für die PoC-Antigentest- oder Antigen-Test zur Eigenanwendung nach § 11 TestV erhalten KV einen Verwaltungskostenaufwand i.H.v. 2,0 % vom Bundesamt für Soziale Sicherung (s. § 8 TestV).

Im Anhang finden Sie die im Bundesanzeiger am 25.06.2021 veröffentlichte und zum 01.07.2021 in Kraft getretene Neufassung der Verordnung sowie den Verordnungstext inklusive der Begründung hierzu.

Ergänzende Information bitten wir den auf der Homepage der KZBV zum Thema „Coronatestverordnung“ bereitgestellten Materialien zu entnehmen.