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Berufspolitik
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Einblick: Ehrenamtliche Tätigkeit im Qualitätsgremium

Qualität ist in aller Munde und viele gesetzliche Regelungen beschäftigen sich mit diesem Thema. Dabei spielt die Sicherung und Förderung der Qualität als Voraussetzung für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem eine große Rolle, u.a. wurde die Qualitätsprüfung der vertragszahnärztlichen Leistungen durch Stichproben im SGB V verankert. Seit dem zweiten Halbjahr 2019 werden deshalb in der KZV BW Qualitätsprüfungen durchgeführt. Hierfür wurde extra ein aus zugelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten bestehendes Qualitätsgremium eingerichtet. Doch wie läuft die Qualitätsprüfung ab? Was macht das Gremium? Und warum ist das Gremium für Zahnärzt*innen wichtig? Die „Zahn & Zukunft“-Redaktion hat nachgehakt.

In der Qualitätsprüfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) sind Art und Umfang der Qualitätsprüfung geregelt und in den Qualitätsbeurteilungs-Richtlinien des G-BAs werden die Kriterien zur Qualitätsbeurteilung festgelegt. Erstes Thema ist seit 2019 die Überkappung.

Aber wie funktioniert nun die Qualitätsprüfung in der Vertragszahnärzteschaft konkret? Hierfür werden anhand einer festgelegten Stichprobengröße jährlich zufällig Praxen ausgewählt, die in dem zu überprüfenden Zeitraum Leistungen entsprechend der Qualitätsbeurteilungs-Richtlinie erbracht und abgerechnet haben. Für das Jahr 2020 waren das 33 Praxen. Zum Vergleich: Aktuell werden die Baden-Württemberger*innen in 5.040 Praxen versorgt.

Nach der Stichprobenziehung werden die Praxen angeschrieben und gebeten, die Dokumentation von zehn – von der KZV BW ebenfalls zufällig ausgewählten – Behandlungsfällen an die extra hierfür eingerichtete „Gesonderte Stelle“ zu übersenden. Sofern es hierzu Fragen gibt, steht das Referat Qualität der KZV BW den Praxen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Sobald alle Unterlagen vorliegen ist das Know-how des Qualitätsgremiums gefordert. In Baden-Württemberg wurden acht Zahnärzt*innen – aus jeder Bezirksdirektion zwei – in das Gremium berufen. Wichtig ist, dass diese keine vergleichbaren Ehrenämter haben. Je Prüfungssitzung sind drei Gremiumsmitglieder aktiv und beurteilen die ihnen vorliegenden, anonymisierten Fälle. D.h., die Gremiumsmitglieder wissen weder, welche Praxis geprüft wird, noch liegen ihnen Namen oder weitere Daten der Patient*innen vor. Wichtig ist dabei der kollegiale Austausch innerhalb des Gremiums. Das Qualitätsgremium berät die KZV BW fachlich und gibt eine einstimmige Bewertung der Praxen an die KZV BW, die dann Grundlage für die Entscheidung der KZV BW hinsichtlich des Bescheides und der ggfs. zu ergreifenden Maßnahmen ist. Bei ihrer Arbeit werden die Gremiumsmitglieder vom Referat Qualität unterstützt. Für die Arbeit im Gremium werden zudem Schulungen angeboten. Außerdem hat der Vorstand eine Referentin für Qualitätsprüfung- und beurteilung benannt, die Ansprechpartnerin für die Mitglieder der KZV BW, die Mitglieder des Qualitätsgremiums und auch für das Referat Qualität ist. Nach Abschluss der Prüfung vergibt das Qualitätsgremium eine Gesamtbewertung pro Praxis. Bewertet wird mit den Buchstaben A für „keine Auffälligkeiten/Mängel – Qualitätskriterien erfüllt“ und B für „geringe Auffälligkeiten/Mängel – Qualitätskriterien nicht vollständig erfüllt“. Werden dagegen „erhebliche Auffälligkeiten/Mängel“ festgestellt, so wird mit dem Buchstaben C bewertet, da die Qualitätskriterien nicht erfüllt wurden. In diesen Fällen ist eine problembezogene Wiederholungsprüfung nach zwölf Monaten unumgänglich. Im Gegensatz dazu werden Praxen mit der Bewertung A für die entsprechende QB-RL-Z für vier auf die Prüfung folgende Jahre aus der Grundgesamtheit der Stichprobe ausgenommen und in diesem Zeitraum nicht erneut geprüft. Zahnärzt*innen, bei denen die Prüfung durch die KZV BW geringe Auffälligkeiten/Mängel ergab, werden für zwei auf die Prüfung folgende Jahre nicht erneut geprüft.

Die Vorstandsreferentin für Qualitätsprüfung- und beurteilung der KZV BW, Dr. Anke Bleicher, ist sich sicher: „Eine hohe Qualität bei der zahnärztlichen Versorgung ist den Zahnärzt*innen seit jeher wichtig. Dennoch stellen die vielen gesetzlich verankerten Regelungen und Überprüfungen immer auch einen zusätzlichen Aufwand für die Praxen dar. Für die Akzeptanz in der Zahnärzteschaft ist eine Beurteilung und Bewertung der Qualität durch ehrenamtliche, ebenfalls vertragszahnärztlich tätige Kolleginnen und Kollegen deshalb umso wichtiger.“

Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit oder Fragen zur Arbeit des Gremiums haben, können Sie sich gerne an uns wenden:

Dr. Anke Bleicher

Vorstandsreferentin für Qualitätsprüfung und -beurteilung

presse@kzvbw.de