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COVID-19
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Corona: Was Angestellte wissen müssen

Mit einschneidenden Maßnahmen versuchen Bund und Länder die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Das Infektionsgeschehen bleibt dynamisch und die Bundesregierung schwört die Bürger*innen auf einen harten Jahresbeginn ein. Gesundheitsämter, Mediziner*innen und Pflegepersonal kämpfen an vorderster Front gegen die Pandemie.

Bei der Bekämpfung des Virus sind Beschäftigte im medizinischen Bereich persönlich gefordert, müssen oft Mehrarbeit leisten oder sind durch persönliches Engagement involviert. Viele machen dabei individuelle Abstriche. Durch die hohen Hygienestandards in den Zahnarztpraxen ist der Schutz vor einer Ansteckung gewährleistet. Dennoch sind arbeitsrechtliche Fragen zum Arbeitsschutz oder zur Kurzarbeit für viele ein Thema. Was müssen Beschäftige wissen?

Die Praxis muss wegen eines Coronafalls im Team geschlossen werden:

  • Falls Angestellte in eine behördlich angeordnete Quarantäne geschickt werden oder eine ganze Praxis im Rahmen einer behördlichen Anordnung geschlossen werden muss, können betroffene Arbeitnehmer*innen einen Rechtsanspruch auf Entschädigung nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) in Höhe des Verdienstausfalls für sechs Wochen gegenüber ihrem Arbeitgeber geltend machen. Danach greifen Regelungen zum Krankengeld, das die zuständige Behörde übernimmt. Liegt ein tatsächlicher Krankheitsfall vor, ist die Krankenkasse für das Krankengeld zuständig. Das Krankengeld liegt bei 70 Prozent des Bruttoverdienstes, darf dabei aber 90 Prozent des Nettogehalts nicht übersteigen.

Kitas oder Schulen sind aufgrund einer behördlichen Anordnung geschlossen – was tun?

  • Im Falle von Schul- und Kitaschließungen stellt sich häufig die Frage nach einer Freistellung. In diesen Fällen empfiehlt sich erst einmal, das direkte Gespräch mit dem/der Arbeitgeber*in zu suchen. Zwar sind in erster Linie Arbeitnehmer*innen verpflichtet, sich um geeignete Betreuungsangebote zu kümmern, jedoch haben Betroffene in dieser Situation auch Anspruch auf Entschädigung, wenn sie ihre Kinder selbst zuhause betreuen müssen. Die Verdienstausfallentschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoeinkommens, wird für zehn Wochen gewährt (bei Alleinerziehenden für 20 Wochen) und ist monatlich bei 2.016 Euro gedeckelt. Den Antrag zur Entschädigung finden Sie hier. Die Regelung bezieht sich auf zu betreuende Kinder, die das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Quellen:  Bundesgesundheitsministerium und Bundesministerium für Arbeit und Soziales