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Digitalisierung

Künstliche Intelligenz: „Ethische Gesichtspunkte sind besonders wichtig“

Künstliche Intelligenz gilt als die Schlüsseltechnologie der Zukunft – ganz besonders im Bereich Gesundheit. Am vergangenen Freitag luden die Evangelische Akademie Bad Boll und die Techniker Krankenkasse (TK) zu der Fachtagung „Bessere Medizin? Wie wir KI verantwortlich gestalten“. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach das Grußwort.
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Wie viel Vertrauen können wir in einen Algorithmus setzen und wer kontrolliert seine Qualität? Wohin fließen die medizinischen Daten und wer hat Zugriff darauf? Welches technische Potential wollen wir fördern und wo ziehen wir bewusst Grenzen? Dies sind einige der Fragen, die von den Gästen und Teilnehmern aufgegriffen und diskutiert wurden.

Große Hoffnung auf KI

Die Hoffnungen, die sich mit KI im Gesundheitswesen verbinden, sind groß: Algorithmen, die Krankheiten zuverlässiger erkennen als Menschen; intelligente Roboter, die in Pflege oder Haushalt helfen oder Datenbanken, die durch Deep Learning neue medizinische Erkenntnisse liefern und damit eine präzisere, auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Medizin ermöglichen. „KI wird unser Zusammenleben insofern ändern, als sich diese Technik in den nächsten Jahren massiv durchsetzen wird. Dabei ist jedoch KI kein Zaubermittel und auch kein Heilsversprechen, sondern einfach nur ein weiteres Instrumentarium menschlichen Zusammenlebens“, betonte Professor Dr. Jörg Hübner, Direktor der Evangelischen Akademie Bad Boll. Und auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte gleich zu Beginn der Veranstaltung in seinem Grußwort deutlich, dass die KI ihre Grenzen hätte und keinesfalls einen paradiesischen Zustand herbeiführen würde. Ethische Gesichtspunkte seien besonders wichtig, wenn über den Einsatz von KI geredet würde, so der Ministerpräsident.

Forderung nach einer gemeinsamen europäischen Datenstrategie

Die Frage nach der individuellen Freiheit wird im Zuge von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz mehr und mehr zu einer Frage des Rechts an den eigenen Daten. „Dabei ist entscheidend, wo unsere Daten liegen, wo sie verarbeitet werden, wie sie reguliert und kontrolliert werden“, so der Ministerpräsident. Wie auch die folgenden Redner, Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse und Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel von der Universität Bayreuth, sprach er sich für eine nationale und europäische Datenstrategie aus, die sich an unseren Werten orientieren müsse. Dr. Baas betont, dass KI immer hinterfragt werden müsse und den menschlichen Aspekt in der Medizin nicht ersetzen könne.

KI als wichtiges politisches Handlungsfeld der Zukunft

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Politikerinnen und Politiker Mario Brandenburg MdB (FDP), Dr. Anna Christmann MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Rainer Hinderer MdL (SPD) und Karin Maag MdB (CDU) einig, dass es wichtig für Deutschland sei, in Sachen KI nicht hinter den USA und China den Anschluss zu verlieren. Hier bräuchte es mehr finanzielle Förderung und den Mut anzufangen.