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Digitalisierung

Rechtsanwältin im Beitrag für „zm online“: Trotz aller Anpassungen ist Jameda nicht neutral

In den Streitigkeiten mit dem Arztbewertungsportal „Jameda“ geht es im Herbst vor den Oberlandesgerichten in die nächste Runde, nachdem der Betreiber in allen Verfahren in Berufung gegangen ist. Eine Rechtsanwältin analysiert die Situation. Der Burda-Konzern hat angekündigt, dass er 20 Millionen Euro in den Ausbau seines Portals investiert.
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Jameda versuche „weiterhin den Gedanken der Transparenz nach vorne zu stellen“, schreibt die Kölner Rechtsanwältin Dr. Frauke Schmid-Petersen in ihrem Beitrag für „zm online“. Man wolle den Menschen eine Übersicht über die in Deutschland tätigen Ärzte verschaffen und eine Entscheidungshilfe bei der Arztwahl bieten und bewege sich damit im Rahmen des Schutzbereichs der Meinungsfreiheit, so die Juristin. Dass das Portal neutral sei, zieht Schmid-Petersen in Zweifel.

Die Gerichte hätten eine Interessenabwägung vorgenommen zwischen dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Ärzte und der Kommunikationsfreiheit, auf die sich Jameda stütze. Schmid-Petersen: „Diese fiel im Ergebnis zugunsten der Ärzte aus, denn trotz der diversen Anpassungen in dem Portal verhalte sich Jameda ,nicht wie ein neutraler Informationsmittler‘ und gewähre zahlenden Kunden zahlreiche verdeckte (und auch nicht verdeckte) Vorteile, ohne dass für den Portalnutzer deutlich werde, dass die ansprechend ausgestalteten Premium-Profile eine bezahlte Leistung sind.“ Den ganzen Beitrag lesen Sie hier.

„Bei Online-Sprechstunden kräftig mitverdienen“

„Der Medienkonzern Burda will bei Online-Sprechstunden über seine Ärzteplattform Jameda bald ordentlich mitverdienen“, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Telemedizin gehöre schon zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen und werde bald einen großen Teil der Sprechstunden ausmachen, so Jameda-Geschäftsführer Florian Weiß. Der Umsatz des Portals solle von derzeit 20 auf 100 Millionen Euro in 2025 gesteigert werden. Der Burda-Konzern investiere nun 20 Millionen Euro, um die Plattform weiter auszubauen. Aktuell seien in Deutschland rund 65.000 Ärzte registriert. Die Agentur weiter: „Etwa die Hälfte von ihnen zahlt Jameda für die eigene Darstellung auf der Seite, Online-Terminbuchungen und digitale Sprechstunden zwischen 69 und 139 Euro Gebühr im Monat.“