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Digitalisierung

Hunderte Datenpannen durch Fehlversendungen von Patientenunterlagen – Bußgelder drohen

Eine Umfrage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) unter den Datenschutzbehörden der 16 Bundesländer ergibt ein alarmierendes Bild: Vielfach wurden sensible Patientendaten an falsche Empfänger verschickt.
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Laut NDR-Recherche kam es seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 zu rund 850 Datenpannen – die meisten davon mit 383 Fällen in Bayern. Allerdings konnten sechs Bundesländer bei der NDR-Umfrage keine Daten nennen.

Nach Angaben der Landesdatenschützer kommen die Pannen in allen Bereichen des Gesundheitswesens vor. Kliniken sind ebenso betroffen wie Arztpraxen, Labore und Abrechnungsstellen. Meist sind falsche Adressierungen oder Kuvertierungen die Ursache sowie Tippfehler oder Verwechslungen. In der Überzahl handele es sich um Einzelfälle, so die Datenschützer, und nicht um systemisches Versagen.

Datenschützer rät zu Bußgeldern

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar geht von einer hohen Dunkelziffer aus und rät zu Bußgeldern. Es bestehe ein „hohes Datenschutzrisiko“ für „sehr, sehr wesentliche Daten von Betroffenen“, so Caspar gegenüber dem NDR. Um den „Vermeidungsdruck“ zu erhöhen, könnten Datenschützer den ihnen zur Verfügung stehenden Spielraum ausnutzen und die Verantwortlichen nicht nur verwarnen und Anordnungen erlassen, sondern auch empfindliche Bußgelder verhängen.