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Digitalisierung

Bedrohung für Patientendaten: Zahlreiche Hacker-Attacken auf Computer in medizinischen Einrichtungen

Im Jahr 2019 wurde jeder fünfte Computer in einer medizinischen Einrichtung in Deutschland Opfer einer Hacker-Attacke. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des IT-Sicherheitsdienstleisters Kaspersky. Die Gefährdung sensibler Patientendaten ist demnach weiterhin hoch.
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Patientendaten werden im Darknet heute zum Teil bereits teurer als Kreditkartendaten gehandelt. Das eröffnet auch neue potenzielle Betrugsmethoden. Die Sicherheitsexperten warnen, dass das Interesse an gestohlenen Patientendaten im Darknet weiterhin spürbar zunehmen werde. Dabei gehe es nicht nur um den Diebstahl von Informationen, es drohe auch eine Manipulation sensibler medizinischer Informationen über Patienten, was in Erpressungs- und Diskreditierungsszenarien münden könne. „Mögliche Folgen sind zielgerichtete Angriffe auf Einzelpersonen, indem die Diagnose verfälscht wird – mit möglicherweise tödlichen Folgen“, so die Warnung von Kaspersky.

IT-Sicherheit: Der Faktor Mensch zählt

Erhebungen zeigen, dass der Faktor Mensch bei der Frage der IT-Sicherheit eine entscheidende Rolle spielt. Eine Befragung unter Mitarbeitern im Gesundheitswesen in den USA und Kanada ergab, dass beinahe 32 Prozent der Teilnehmer noch nie ein Cybersicherheitstraining absolviert hatten. Jede zehnte Führungspersönlichkeit hatte keine Kenntnis über die Cybersicherheitsrichtlinien des eigenen Unternehmens.

„Es ist wichtig, dass Anbieter im Gesundheitswesen adäquate Sicherheitsmaßnahmen ergreifen“, so David Emm, Sicherheitsforscher bei Kaspersky. „Dazu gehören Perimeter-Sicherheit, verschlüsselte Datenbanken und die spezielle Autorisierung von Personal – also die Festlegung, wer befugt ist, auf persönliche Daten von Patienten zuzugreifen. Diese Maßnahmen sind insbesondere wichtig, weil wir feststellen, dass Cyberkriminelle die Gesundheitsbranche verstärkt in den Fokus ihrer Machenschaften genommen haben.“