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Patienten Zahnpflege

Plaque - der gefährliche Bakterienrasen

Die Mundhöhle mit ihrer ständigen Feuchtigkeit, ihrer gleichmäßigen Temperatur, ihren zahlreichen geschützten Nischen und der regelmäßigen Zufuhr von Nährstoffen ist ein vorzüglicher Lebensraum für Bakterien. Manche Arten haben sich sogar optimal an ihre besonderen Bedingungen angepasst und bilden klebrige Stoffe, mit denen sie sich recht fest an die Zähne binden können. Dadurch entsteht ein zäher, von Bakterien durchsetzter Belag auf den Zähnen, die „Plaque“. Sie ist so widerstandsfähig, dass der Körper sie mit den natürlichen Mundreinigungskräften nicht mehr entfernen kann. Nur häufiges Zähneputzen hilft hier. Und das ist auch besonders notwendig: Plaque ist die Hauptursache für Karies. Denn die Bakterien setzen Stoffe (etwa bestimmte Säuren) frei, die sogar den harten Zahnschmelz angreifen und auflösen. Als besonders gefährlicher Karieserreger gilt eine Bakterienart namens Streptococcus mutans. Sie gehört nicht zur normalen Bakterienflora der Mundhöhle, sondern wird von Mensch zu Mensch übertragen – oft schon von der Mutter zum Baby.

Wird Plaque lange Zeit nicht entfernt, lagern sich in die Masse harte mineralische Bestandteile aus dem Speichel ein. So entsteht Zahnstein, ein Gemisch aus Bakterien, organischen und mineralischen Stoffen, das als harte Schicht fest auf dem Zahn haftet. Mit der Zahnbürste hat man nun keine Chance mehr – der Zahnstein muss in der Zahnarztpraxis entfernt werden.

Farbe verrät die Plaque

Der von Bakterien wimmelnde Belag auf und zwischen den Zähnen ist nicht zuletzt deshalb so gefährlich, weil man ihn kaum sieht. Zumindest dem Laien fällt er anfangs kaum auf. Erst nach einigen Monaten bilden sich deutlich sichtbare Krusten, der „Zahnstein“. Um den Bakterienrasen schon im Anfangsstadium sichtbar zu machen, wurden Tabletten entwickelt, die diee so genannte "Plaque" gezielt anfärben Benutzt werden als harmlos geltende Lebensmittelfarbstoffe. Man bekommt solche Plaque-Färbetabletten in der Apotheke und in Drogerien

Ihre Anwendung für einen Mundhygiene-Test ist simpel, aber eventuell sehr eindrucksvoll: Man zerkaut eine Tablette (sie schmeckt nur ganz leicht bitter) und schiebt den farbigen Speichel mit der Zunge zu allen Zähnen. Dann spült man den Mund gründlich mit warmem Wasser, bis das ausgespuckte Wasser nicht mehr gefärbt ist. Der Blick in den Spiegel ist jetzt der Moment der Wahrheit: Je mehr Stellen rotviolett strahlen, desto schlechter steht’s um die Mundhygiene. Manche Tabletten enthalten sogar zwei Farbstoffe. Sie färben frische Plaque rotviolett und ältere Plaque blau.

Putzt man nun gründlich die Zähne und wiederholt den Versuch, ist der Unterschied augenfällig: Nur noch ein Farbschleier bleibt zurück.

Zwei Tipps noch: Die Farbstoffe färben recht gründlich. Daher sollte man vorsichtig zu Werke gehen, um keine Flecken auf Handtüchern oder Kleidung zu erzeugen. Außerdem hat man noch einige Stunden nach dem Test blauviolette Lippen und eine Zunge wie ein Chow-Chow, weshalb man den Färbetest nicht gerade vor wichtigen Verabredungen ausführen sollte.


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