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Patienten Behandlung Zahn- und Kieferregulierungen (Kieferorthopädie)

Kiefergelenk- und Kaumuskelprobleme

Der Oberkiefer ist fest mit dem Schädel verbunden. Der Unterkiefer dagegen ist beweglich: dank der beiden Kiefergelenke. Sie können – als einzige Gelenke im ganzen Körper – gleichzeitig drehen und gleiten. Und sie sind häufiger in Aktion als alle anderen Gelenke des Körpers, denn wir brauchen sie beim Atmen durch den Mund, beim Sprechen und Singen, beim Gähnen und Lachen, beim Kauen und Schlucken. Normalerweise spüren wir sie gar nicht. Schmerzen sie aber einmal, kann das eine Vielzahl von Gründen haben – in aller Regel aber keine gefährlichen.

Häufige Ursache sind Überbeanspruchungen der Gelenke. Sie können eine Folge von nächtlichem Knirschen oder Pressen mit den Zähnen sein, etwa infolge von Stress.

Nicht unbedingt spürt man die Schmerzen genau im Gelenk. Sie können bis ins Ohr oder in den Nacken ausstrahlen. Oft machen sie sich durch Schmerzen im Unterkiefer beim Zubeißen bemerkbar, oder wenn man von außen auf die Gelenke drückt. Es kann auch sein, dass die Gelenkzwischenscheibe verrutscht oder gar das Kiefergelenk ausgerenkt ist, vielleicht durch zu intensives Gähnen. Das äußert sich dann mitunter in Knack- oder Schleifgeräuschen.

Nur selten sind die Schmerzen so stark oder ist das Gelenk so versperrt, dass eine Kieferklemme eintritt und man den Mund kaum öffnen kann. Solch eine Kieferklemme kann nach Entzündung eines Weisheitszahns eintreten, aber natürlich auch durch äußere Verletzungen, etwa nach einem Unfall, einer Schlägerei – oder bei Boxern.

Detektivisch auf Ursachensuche

Angesichts der vielen möglichen Ursachen von Kiefergelenksproblemen wird Ihr Zahnarzt erstmal durch Tasten versuchen, sich ein Bild zu verschaffen. Er wird die Funktion der Gelenke prüfen, eventuell mit dem Stethoskop auf Geräusche lauschen und die Kaumuskeln untersuchen, denn auch hier können Ursachen für Beschwerden liegen. Wahrscheinlich wird er auch eine Röntgenaufnahme anfertigen, vermutlich eine Panorama-Aufnahme, die das gesamte Gebiss einschließlich der Gelenke darstellt. Noch besser, aber auch viel teurer, ist eine Magnetresonanz-Tomografie.

Die Behandlung richtet sich natürlich nach der Ursache des Problems. Sind die Gelenke entzündet, wird der Zahnarzt vielleicht ein entzündungshemmendes und schmerzlinderndes Mittel geben. Aber meist ist die Entzündung nicht die eigentliche Ursache des Problems, sondern auch eine Folge. So können etwa Zahnfehlstellungen zu Kiefergelenkschmerzen führen – zum Beispiel schlecht sitzender Zahnersatz oder zu hohe Füllungen. Werden sie mit den üblichen zahnärztlichen Methoden beseitigt, verschwinden auch die Schmerzen im Kiefergelenk. Nur in besonders schweren Fällen wird er Sie zum Kieferorthopäden überweisen.

Problemfall Zähneknirschen

Recht häufig stellt sich Zähneknirschen und -pressen als eigentliche Ursache der Beschwerden heraus. Fast jeder fünfte Mensch knirscht mit den Zähnen – unbewusst, als Reaktion auf seelische Spannungen und Alltagsstress. Die Kaumuskeln können enorme Kräfte freisetzen, die dann auf die Kiefergelenke und auf die Kaumuskeln rückwirken. Normalerweise haben unsere Zähne nur Kontakt nach dem Schlucken oder Gähnen. Beim Knirschen und Pressen aber ist die Kontaktzeit viel länger und überlastet die Muskeln und Kiefergelenke. Die Folge können Schmerzen sogar in Kopf und Rücken sein.

Oft machen Lebenspartner die Knirscher auf ihr nächtliches Tun aufmerksam. Aber auch der Zahnarzt erkennt es sofort an verräterischen Schleif- und Schmirgelspuren. Mitunter wurde so durch das ständige Hin- und Herreiben der Zahnschmelz weggeschliffen, so dass das weichere Zahnbein (Dentin) ungeschützt daliegt. Kein Wunder, wenn so ein Zahn dann empfindlich gegen Hitze- und Kältereize ist oder sogar schmerzt.

Meist wird der Zahnarzt neben der Zahnreparatur eine Aufbissschiene empfehlen. Das ist eine dünne Platte aus durchsichtigem Kunststoff, die genau an die Form der Zähne angepasst ist. Der Zahnarzt nimmt dazu einen Abdruck, und nach dem stellt ein Zahntechniker dann die Schiene her. Sie wird einfach über Nacht auf die Zähne in Ober- oder Unterkiefer aufgesetzt und verhindert, dass sie sich treffen und abreiben. Allerdings vermeiden sie nur die Folgen des Zähneknirschens, nicht dessen Ursachen. Daher überweist ein Zahnarzt Knirscher eventuell zu einem Physiotherapeuten, der mit Entspannungsübungen und Massagen den Stress zu mindern sucht. Auch Sport treiben baut Stress ab und kann so zur Gesundung der Zähne beitragen.

 


Weitere Informationen zu "Zahn- und Kieferregulierungen (Kieferorthopädie)":

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